Der erste Satz

 

 

- Leipfurt

- 26. 10. 2011, Mi


In der Alltagskommunikation
ist das für gewöhnlich gut geregelt, da muß ma sich nicht groß Gedanken machen, was man denn als erstes sagt, wenn einem ein Bekannter über den Weg läuft.

Da heißt es dann:
Hallo, wie geht’s ?, Tag, Moinmoin, Grüß Gott, Servus, Hi, also hei, wie bei jungen Leuten üblich oder wie in meiner nassauischen Heimat schlicht Guhre. Und schon läuft’s., die Worte werden flott gewechselt. 

Beim Schreiben ist das allerdings,
wie jeder weiß, der berufsmäßig oder auch als Hobby damit befaßt ist, seine Gedanken in schriftlicher Form auszubreiten.

Da lauert wie meistens
immer dieser verdammte erste Satz, denn ma kann ja nicht ständig mit derselben Floskel anfangen oder besser aufmachen. Und analog ‘Guten Tag’ zu sagen wie in eim echten Gespräch erscheint angesichts der anonymen Situation auch irgendwie albern.

Und den Leser gleich vertraulich
oder mit viel Wortgeklingel an die Hand zu nehmen, hat ebenso etwas künstliches, wenn nicht aufdringliches.

Also, kein Gemehre
und erst recht keine Simulation zum Einstieg, lieber Leser, ob nun Mann oder Frau, dafür lieber ein Satz wie eine gute Vorlage, mit der gleich Dynamik ins Spiel kommt.

Originelle oder pointierte Fragen,
die die Leute kitzeln und manche provozieren gehören jedenfalls dazu. Nach Möglichkeit auf eine plakative Weise in medias res gehen und einen Aspekt in den Fokus nehmen, wie es die BILD und andere Medien gerne machen und dann mehr der Dynamik als der stupiden Logik folgen.

So in etwa das Problem
mit dem ersten Satz, das sich bei jedem Text wieder neu stellt. Denn der steht unter eim gewissen Druck, da er besonderen Ansprüchen genügen soll.

Ach, die ersten Sätze,
sie sind schon eine ganz eigene Kategorie, sozusagen ein Kapitel für sich. Beim ersten Satz höre ich immer genau hin, denn der ist zumeist wie ein Notenschlüssel.

Wieviele erste Sätze
habe ich schon beim ersten Hören oder Lesen zum Lackmuspapier genommen, um eine erste Einschätzung zu haben, was nun zu erwarten ist. Und wie oft habe ich letztlich damit richtig gelegen.

War über eine längere Zeit
ein sehr intressantes Spiel, auch wenn die Freundin damals einwandte, ich solle nicht so voreingenommen an einen Text herangehen. Aber was heißt voreingenommen, wenn einem gleich der erste Satz unangenehm, wenn nicht schrill in den Ohren klingt.

Soviel nun über den ersten Satz,
der schließlich nicht unwichtig ist und oft eben Probleme macht. Doch ein Gutes hat dieses leidige Problem, man hört fortan genau hin, ist kritisch und erwirbt sich so mit der Zeit ein Gespür für Sätze und ihre jeweilige Ladung, sofern vorhanden.

Und diese Sensibilität nicht bloß,
was die eigenen Sätze betrifft, sondern allgemein, was einem an Sätzen, insbesondere ersten Sätzen halt in die Quere kommt.

Und manchmal liest man einen Satz,
logischerweise den ersten und muß alsbald für eine Weile innehalten, weil er so vielschichtig und reich an Assoziationen ist.

Passiert hin und wieder.
Ein Denkanstoß dieser Art findet sich als Apho Nr. 927 im zweiten Band der Anleitung zum Selberdenken. Aber da Sie der Spur bis hierher gefolgt sind, will ich den Apho hier auch einstellen. Namen verpflichtet.

927.
So bemüht und doch so ungeliebt.

Ein erster Satz,
aufgeschlagen in einem Literaturlexikon – und schon erschließt sich mir in voller Drastik - verbunden mit einem Hauch Wehmut ob der verpaßten Chancen - das eigentümliche Verhältnis der Deutschen zur eigenen Tradition.

Zitat:
Auf deutschem Boden
hat über der germanischen Literatur ein Unstern gewaltet.

Mit den Deutschen ist es so –
denn genauso will es scheinen, daß es nicht einmal erforderlich ist, sie mit fremder Hand mühsam zu kolonialisieren, da sie selber gar willfährig und ehrgeizig das Geschäft der anderen besorgen; und zwar mit großer Hingabe und ebensolcher Professionalität.

So sind sie dabei am Ende
noch ungemein stolz ob der erbrachten Anpassungsleistung in geistiger und kultureller Unterwerfung.

Für Dritte und Außenstehende
bleibt ein solches Verhalten vollkommen unverständlich und gibt eher zu ernsthaften Bedenken Anlaß, als daß es der Sympathie und der Anerkennung von Seiten der anderen Völker förderlich wäre.

Mit dem Literaturlexikon
ist übrigens das von Kindler gemeint und das Buch mit diesem und vielen anderen Aphos ist nach wie vor im LI-LA Literatur-Laden zu erhalten, (Preis: 8 € + VK)

http://www.eoscheinder.de/SalveBuecher.htm


Die eigentliche Musik spielt ja
für mich auf dem Neue-Spryche-Blogg und dort hat es gerade ein skuriles Thema in Sachen der-die-das.

http://neue-spryche.blogspot.com/2011/10/der-die-dasii.html

1 Kommentar 27.10.11 00:26, kommentieren

Botschaften des Regens

 

 Regensburg, 7. 6. 2011

Draußen regnet’s,
ein periodisches Plätschern und 
Gluckern erfüllt die Luft. Nach der Schwüle des Tages nun eine erfrischende  Kühle, die der Regen bringt. Sein sanftes, mal heftiges Zubodensinken fast schon wie Musik.

Grund genug die Musik
von der Konserve abzustellen und den Botschaften des Regens zu lauschen.

Keine Frage,
die Erde dürstet  und sie saugt die dicken Tropfen begierig auf wie ein Durstiger seinen Schoppen.

 

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Sprachliche Denkmäler

Aus einer lang schon
vergangenen Zeit,
als man noch nicht schrieb,
sondern            ~
(vornehmlich in Stein oder Holz)
    ~      ritzte,
stammt der Ausspruch:
Die Sache ist geritzt.

Die Engländer und Amerikaner
ritzen übrigens auch heute noch.

(Apho 838  - aus:
Anleitung zum Selber-Denken Bd II )
 
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Und wer sich
im Verweiskosmos noch ein wenig umschauen will, möge diesen Transmitter benutzen. Es sind nicht die angenehmsten Leute, die er da trifft, aber die bekommen dafür auch gehörig ihr Fett weck.


1 Kommentar 8.6.11 00:57, kommentieren

Voll der Wahnsinn

11. 3. 2011 - Fr

Wird langsam Zeit,
daß nun endlich wieder ein freestyle-philosophisches Buch erscheint, sintemal die Zeit schon längst reif ist, wenn nicht überreif.

Der Zustand derselben
bzw. die Zustände, die eingerissen sind, haben mittlerweile eine Qualität erreicht, von den Quantitäten ganz zu schweigen, daß ma in nüchterner Betrachtung dessen, was abgeht, selbst schon regelmäßig Zustände bekommt.

Das Thema ist klar,
schon lange eigentlich, ist förmlich zu greifen und begegnet einem quasi auf Schritt und Tritt, betrifft also das, was diese Zeit (der systematischen Verwirrung und Verkleisterung) letztendlich charakterisiert und auf ihrer abschüssigen Bahn der Auflösung und Desintegration noch leidlich zusammenhält, nämlich der Wahnsinn.

Material gibt es mehr als reichlich,
so daß allein die Auswahl und die Aufbereitung zum Problem wird und richtig Arbeit macht.

Späteren Zeiten
dürfte es einmal schwer fallen, sich in die heute vorherrschende Mentalität hineinzufühlen, da ihnen die Alltäglichkeit bzw. die grundlegende Rolle des Wahnsinns nicht ohne weiteres erschließbar sein wird.

Aber der Wahnsinn dominiert
den Zeitgeist, wenn er nicht schon ganz mit diesem identisch ist, und prägt schon lange das Denken und formt folglich das Reden, also bestimmt den Diskurs. Nur wer ihm Tribut zollt, soll Gehör finden und Anerkennung; und in den Genuß seiner Wohltaten kommen.

Also, ziemlich selbstreferenziell
das Ganze, man könnte auch sagen eine geschlossene Gesellschaft, die zusammenhält, bis es schließlich kracht. Aber ein Thema, das imgrunde alle angeht, weil es sie letztendlich alle betrifft und erreichen wird.

Nun, wer sich vom Wahnsinn
oder eben von Wahnsinnigen anleiten und führen läßt, soll sich nicht wundern, wenn er irgendwann in der Irre aufwacht und anstelle von Ordnung und sinnvoller Organisation nurmehr nur Chaos erblickt.

Wie schon gesagt,
der Wahnsinn als bestimmende und treibende Kraft sollen das Thema sein. Falls sich jemand dafür interessiert wie auch am Fortgang der Arbeit Intresse zeigt, kann er sich gerne melden. Wenn die Fragen nicht zu blöde sind, nehme ich mir auch die Zeit; bin ja nicht so.

Für diesmal noch einen Apho
aus eim alten Buch. Hier der Apho Nr. 946 aus: Anleitung zum Selber-Denken Band II.

Ihnen gilt heutzutage die Andacht   
 
Zwei die einander auf dem Fuße folgen;
Egoismus und Verantwortungslosigkeit
 - ein unzertrennliches Paar



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Wegegeld oder Nur nicht anecken

Wehlau, 3. 8. 2010

Das dumme Gefasel, was sich heute Diskussion oder gedanklicher Austausch nennt, neudeutsch Torkschoo, wird fast durchgängig in verbogener, dh. Zeitgeist gerechter Sprache geführt mit all den sprachlichen Sperrigkeiten, systemischen Verkleisterungen und hochwirksamen Tabus, weswegen es ja dummes Gefasel ist und bleibt und daher des Anhörens nicht wert.

Wie die Leute reden, was sie sagen und was sie beschweigen, mag zwar allzu oft nervig bis unerträglich sein, aber es ist immer sehr aufschlußreich, sagt es doch viel mehr über das Gegenüber als die tatsächlich gesagten und gewechselten Worte. Die Sprache verrät den Menschen;  ebenso wie das Verhalten und bestimmte Gesten, doch nur dem, der sich auf die Zwischentöne versteht.

Wo gibt einer Wegegeld, eventuell mit einer ironischen Relativierung, wo wird er grob und verletzend und wo wird er emotional und gefühlig oder zynisch oder einfach nur albern ?  Und versucht er beim Reden seinen Gesprächspartner anzufassen, ihn zu tätscheln und ihm gar auf die Pelle zu rücken ?  Auch sehr aussagekräftig, denn nur die wenigsten lieben das. Ein Streitgespräch ist schließlich kein knisternder Flirt.

Das Reden, das Gehen und eben die Art und Weise machen den Menschen (aus) und machen ihn vor allem unterscheidbar. Ein geschulter Blick braucht daher auch nicht lange, um sich ein stimmiges Bild zu machen; denn das Gehirn ist genau aus diesem Grund so komplex und so vielfältig geraten - eben um die eine (lebens)wichtige Entscheidung in kurzer Zeit und mit hoher Treffsicherheit fällen zu können. Nämlich - kann ich meim Gegenüber vertrauen oder sollte ich mich besser in achtnehmen ? Und ein falsche Entscheidung bzw. Einschätzung der Lage kann fatal sein, also höchst unangenehme Folgen nach sich ziehen.

In früheren Zeiten sah man in diesen Dingen klarer.  Aber da war Naivität auch noch nicht Staatsräson. Da wußte man noch, daß es Feinde gibt und daß  ma nicht ausschließlich von Freunden umzingelt ist.  Die Positiv-Negativ-Entscheidung immer im Augen behalten und nicht in einer trüben Suppe  unterschiedslos verrühren, war früher Ausdruck von Realismus, aber jetzt wird man dafür schon  von so manchen mißtrauisch beäugt.

Wohl dem, der sich von dergleichen Manipulationen nicht beeindrucken läßt. Die gibt‘s immer noch und wahrscheinlich werden sie sogar mehr.  Einen sah ich neulich, der sah nicht ganz doof aus, der hatte in großen Lettern folgenden Spruch auf der Brust: ICH KENNE MEINE FEINDE - ERKENNE SIE SCHON AM GANG. Wollen wir hoffen, daß er nicht zwischendurch in eine Gang gerät …


Aus oben genanntem Buch* ein weiterer Apho:


Die Sprache der Fäuste

Was aber ist primitiv ?
(Da höre ich schon die Schlauberger
ursprünglich sagen)
Primitiv ist
 (einen) Menschen mit Gewalt
- vorzugsweise mit roher -
unter großen Ängsten
gefügig zu machen

Apho Nr. 772



*Anleitung zum Selber-Denken Band 1
APHORISMEN und andere kurze Texte
zu finden  (und zu bestellen) hier .

Hier noch eine ganz andere Nacht- und Nebelaktion .


… Musikspur: Mars - Gustav Holst - Die Planeten / London Phil...

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Wahre Stärke

Tapiau,
7. Juni 2010, Mo

 
Die Welt ist immer nur so banal wie der, der sie anschaut. Das ist zweifellos richtig. Aber ebenso gilt - die Welt ist so spannend, ja so wundersam, daß man aus dem Staunen nicht mehr herauskommt. Aber ma muß natürlich einen Blick dafür haben, dh. konkret sich diesen erwerben bzw. unbeschadet bewahren.  Denn die Kinder haben ihn noch zum großen Teil, diesen offenen  Blick, diese leuchtenden Augen. Auch wenn sie noch nicht so viel wissen und verstehen, dringen sie tief ein. Aber bei den Kindern sind die Augen noch von Natur aus richtig ‘eingestellt’. Der magische Schimmer und die leuchtenden Kinderaugen künden davon. Die sind noch voll beweglich und außerdem an allem interessiert.

Nun, das Sehen ist seim Wesen nach eine aktive Tätigkeit, und der Fokus ist in ständiger Bewegung, andernfalls wird Starren daraus; das geschieht vor allem dann, wenn die Augen müde werden oder eingefangen und gestellt. Und mit müden und stumpfen Augen läßt sich nicht so viel und vor allem nicht so schnell erkennen wie mit wachen und beweglichen Augen.

 

Wahre Stärke

Wie stark ein Mensch ist -
und ob er überhaupt stark ist,
zeigt sich nicht
an seinen Muskeln
und auch nicht an seiner Figur,
sondern offenbart sich allein
in seinen Augen.


Ein Apho von Eo aus: Zeitensprünge
(Aphorismen zur Welt und zum Menschen)

Gibt’s übrigens auch als KARTE
im LI-LA Literatur-Laden.

 Im Neue-Spryche-Blogg hat's wieder was ordentliches zu lesen, nämlich Gärtnernde Böcke

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Die Philosophie der Schelme

 

Labiau
15. 4. 2010 Do


Die Leute sind so wie sie sind. Darauf sollte man sich einrichten. Ziemlich nüchtern halt und eher schwerfällig und ohne Alkohol  zumeist langweilig. Selten begeisterungsfähig, denn dafür sind sie zu abgeklärt und getreu dem Geist der Zeit ziehen sie alles am liebsten nach unten, eben auf eine zynische, materialistische Ebene herab. Die Philosophie der Schelme hat lang schon Konjunktur. Wenn ich es nicht tu, macht’s garantiert ein anderer, also was soll ich da überhaupt Skrupel haben, geschehen tut’s eh, da kann doch auch ich das machen und auch den Vorteil einheimsen, wo ich ja als erster gefragt werde. Schließlich geht es um Karriere und Vorankommen und dafür muß man schon mal Kompromisse eingehen; auch wenn es gegen innerste Überzeugungen geht.. Cosi fan tutte, ja, das machen doch alle, zumindest die, die da mit einem in direkter Konkurrenz stehen.. . Klingt alles ja recht schlüssig, aber trotzdem einen Denkfehler hat diese Strategie doch, nämlich die Vorstellung, daß dies wohlgeübte Spiel tatsächlich auf ewig Bestand haben könnte. Eine Vorstellung, die an sich schon lächerlich ist, zumal bei diesen Amateuren -  etwas so Labiles, das Einzug hält, als Fortschritt zu preisen, dem nicht widersprochen werden darf, aber den Leuten weißmachen wollen, daß alles auf die gemütliche und friedliche Art immer schön weitergehen könnte wie gehabt.
Aber dem wird nicht so sein, denn eine solche Entwicklung auf abschüssiger Bahn geht nach altbekanntem Schema, zack boing - das System wird ab eim gewissen Punkt von Turbulenzen geschüttelt, Tempo und Temperatur erhöht sich schlagartig,  die Revolution frißt ihre Kinder, denn je länger sie andauert, umso gefräßiger wird sie und damit eben auch wahllos. Nicht viel anders ist es mit dem Zeitgeist. Der frißt zwar keine Kinder, wenigstens nicht direkt, aber dafür verdirbt er sie halt systematisch. Wie’s ausschaut, haben die Langzeitstrategen auf diesem Gebiet ganze Arbeit geleistet …

Und hier noch der Apho aus: Anleitung zum Selber-Denken, Band 1, (Salonis, Berlin 1997 von Eo Scheinder)

Maskerade

Der Mensch
ist dasjenige Lebewesen,
dem die Fähigkeit sich zu verstellen,
längst zur zweiten Natur
geworden ist.


Und wer noch mehr über die Leitfossilien dieser Epoche lesen will, klicke einmal auf Großschnauzen und Flachpfeifen .

Musikspur: F. Busoni - Chaconne in d-moll BWV 1004 / Maria Tipo …

 

 Kontakt

 

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Reserve-Riesen

 

 Aendrichae im Hornung

Wollte mich schon längst mal wieder um den Apho-Blogg kümmern, sintemal im letzten Monat es ordentlich viel Zugriffe für diesen doch mehr im Dornröschenschlaf verharrenden Blogg gewesen sind; teilweise 80 und mehr am Tag, wo sonst für einen ganzen Monat nicht viel mehr als zwanzig grademal zusammenkommen. Ich rätselte eine Weile, wem ich diesen plötzlichen Zuspruch zu verdanken hatte, bis ich dann darauf kam,daß es nur die Basketballer gewesen sein können. Hoffentlich fühlen sie sich jetzt nicht als Reserve-Riesen verhohnepiepelt. Aber immerhin, ein gewisses Interesse ist da und das soll auch honoriert werden. Hier noch ein Auszug aus dem 4. Apho-Brief ‘Gab es einst Riesen ?’, in dem die höchstwahrscheinliche Identität derselben aufgezeigt wird.

Fortsetzung Riesen:

Das aber würde bedeuten, daß die ersten Menschen der Art Homo sapiens sapiens, die vor ca. 40.000 Jahren nach Europa einwanderten und deutlich kleiner waren als die Europäer von heute (im Durchschnitt wohl um 1,50 m) in menschlichen Wesen, die etwa 1,80 m groß waren und zudem wesentlich kräftiger im Knochenbau, einen Riesen erblickt haben müssen. Durchaus dem Menschen ähnlich, aber in einigen Merkmalen wie Statur, Größe und Kopfform doch erheblich von diesem abweichend.

Und daß sie vielfach dergleichen Bekanntschaften gemacht und nebeneinander gelebt haben, davon künden noch heute unzählige Sagen, Märchen und Mythen. In der Edda zB. begegnen einem die Riesen, die dort zumeist Thursen genannt werden, sozusagen auf Schritt und Tritt. Das wirft die Frage auf, wer mögen nun diese sagenhaften Riesen gewesen sein, von denen auch ganz zu Anfang in der Bibel die Rede ist ?

Höchstwahrscheinlich waren es die Ur-Europäer, die bis zur Ankunft der Cro-Magnon-Menschen das eiszeitliche Europa als Jäger und Sammler weitläufig besiedelten. Und die gehörten damals zur Art Homo neanderthalensis. Mit anderen Worten hinter den Riesen aus den alten Geschichten verbirgt sich kein anderer als der kräftige und ziemlich gedrungen wirkende Neandertaler mit seinen recht grobschlächtigen Zügen. So war denn auch seine Nase ziemlich breit und knollig, um die Atemluft vorzuwärmen; was im damaligen rauhen Klima der Eiszeit zweifellos von Vorteil war.

Tja, die Vergangenheit liegt weit zurück, aber man muß versuchen sie zu verstehen und sie sich aus den wenigen Facetten, die man vorfindet, mit etwas Fantasie zusammensetzen., am besten unter der Führung einer ID, wie sie immer mal spontan aufflammt.

Am Ende noch ein Apho aus dem 4. Apho-Brief, der auf ganz anderer Ebene das Thema Archäologie und Relikte aufgreift.

~ ~ ~

 Sprachliche Denkmäler

Aus einer Zeit,
in der man vornehmlich
(in Holz oder Stein)
ritzte,
stammt
der Ausspruch -
die Sache ist geritzt.
Die Engländer und Amerikaner
übrigens
ritzen noch heute.

 

Wer solchen Sprüngen folgen kann, für den könnte vielleicht auch das Pferd im Aquarium interessant sein.

 

Schreibkurse im LI-LA Literatur-Laden

1 Kommentar 11.2.10 01:29, kommentieren