Gab es einst Riesen ?

Berlin - 26. 11. 2009 Do 

Warum nicht wieder den Apho-Blogg aktivieren ?  Habe ich schon öfters mal gedacht und jetzt endlich auch gemacht.
Ein Kapitel, das nun wirklich eine längere Weile zurückliegt, waren vor soviel Jahren 'Die Apho-Briefe', die dann  gesammelt als Buch erschienen. Durchweck passable teXte mit originellen Thesen, zu allerhand Fragen und Themen, wie sie, wenn man das Fragen und Staunen noch nicht verlernt hat, in der Welt bzw. in der Weltgeschichte reichlich vorzufinden sind. Warum also aus diesem Büchlein nicht einige Auszüge hier vorstellen ?  Denn wie ich sehen kann, stoßen doch immer wieder noch Leute hierher und verweilen sogar einige Seiten lang, obwohl mere dene ein jar* (der von Kürenberg - ich zoch mir einen valken) hier im Apho-Blogg Sendepause war. Die sei damit vorerst beendet  - mit folgender, nicht unspannender Frage:

Gab es einst Riesen ?

vor einigen Wochen schnitt ich
aus der Zeitung ein Sportfoto aus, zugegeben ein recht kurioses und fast schon ein wenig befremdliches Bild um etwas genauer zu sein und versah es dann mit folgender Überschrift: Was machen Riesen eigentlich heute ?
Blöde Frage - Sie spielen Basketball.

Aber einmal Scherz beiseite,
haben Sie nicht auch in Kinder- und Jugendtagen mit einer gewissen Spannung wenn nicht gar Erregung jenen Geschichten gelauscht, in denen von Riesen die Rede ging ? (Zugegeben für ein Kind kein besonderes Thema, da es ja über viele lange Jahre von riesigen Gestalten quasi umzingelt ist ...)

Nun ich meine natürlich
jene merkwürdigen Gesellen, die neben ungeheurer Stärke auch über eine respektable Körpergröße verfügen, jene wilden, irgendwie ungehobelten Kerle also, die in Bilderbüchern ihr Unwesen treiben, dabei etwas unbeholfen im Auftreten, dösig im Ausdruck und fast immer auf eine riesige Keule gestützt.

Vielleicht haben Sie sich
auch gefragt, ob solche Kreaturen dereinst tatsächlich einmal existiert haben ? Oder sind die Riesen samt und sonders nur als Märchengestalten und Fabelwesen anzusehen wie bsw. das Einhorn und der Vogel Greif, als eine Ausgeburt überhitzter Fantasie und damit als eine unverzichtbare Ingredienz für gruselige Geschichten ?

In den Sagen und Mythen der Völker jedenfalls
wimmelt es nur so von wundersamen und merkwürdigen Geschöpfen und Wesenheiten, daß man geneigt sein kann, sie als bloßen Schwindel abzutun oder sie als naive Personifikationen unverstandener Naturphänome zu deuten. Was aber wenn diese Mythen in dem einen oder anderen Fall auf einen wahren Kern verweisen ?

Was ist dann
aus den Riesen der Vorzeit geworden ? Und wohin sind sie entschwunden ?

Überhaupt was ist eigentlich ein "Riese"
bzw. welche Körpermaße empfinden wir als riesig ? Müßte also ein Riese schon um die vier Meter groß sein, um als ein solcher auch angesehen zu werden ?

……

Weiter geht es in dem Buch ’Die Apho-Briefe‘.(Edition Edison, 2003, 84 S. 8 Euro + 1,50 VK) zu bestellen beim LI-LA Literatur-Laden hier .

Dort finden sich nicht nur kleine Essays zu diversen Themen wie Das Jahr 1500 oder Wahr oder Falsch ? Sind amerikanische Astronauten auf dem Mond gelandet ? Oder über Das Närrische, das dieser Zeit wie anderen längst vergangenen im besonderen Maße zu eigen ist und war.  Darüber hinaus aber noch einige Aphos, also Aphorismen wie Eo sie schreibt und nennt, und Miniaturen wie diese beiden hier.

~  ~  ~

Als man die Pferde
so langsam abschaffte
und Autos und Eisenbahn
an deren Stelle setzte,
standen die passionierten Reiter
für eine längere Weile
ziemlich dumm und bedeppert da.
Ihr Verkehrsmittel war so nach und nach
aus der Mode gekommen,
denn es konnte mit der neuen Geschwindigkeit
einfach nicht Schritt halten.

Doch die Konstrukteure sannen auf Abhilfe
und ruhten nicht eher,
bis sie  den von der Technik entwöhnten Reitern
ein motorbetriebenes Gefährt
auf zwei Rädern präsentieren konnten,
das rittlings bestiegen
wie auch gefahren werden wollte.
   Vom Sattel aus
mit viel Kraft  zwischen den Schenkeln
die Welt bereisen -
zwar bei weitem nicht mehr
aus aristokratischer Höhe
wie auf dem Rücken eines edlen Vierbeiners,
dafür aber ganz der Zeit gemäß
mit dem zigfachem Tempo.

Und so wurde aus dem hohen Roß
dann nach und nach ein rasender Bock.


~  ~  ~


Sind so viele
Ebenen und Perspektiven

Im übrigen
 ist die Weisheit
der Wahrheit
vorzuziehen.

1 Kommentar 27.11.09 00:25, kommentieren

'Es ist alles eitell'

21. 2. 08 Do

Wir leben schon in würgmerdigen, pardon merkwürdigen Zeiten - alles, oder doch vieles ungemein verfügbar und alles doch so abschüssig. Wer weiß denn, was alles Bestand hat und nicht in kürzester Zeit schon im großen Kessel der Veränderung aufgelöst wird ? Das Lebensgefühl geht wieder mehr in Richtung des Unwägbaren; wer weiß, was wird, was in zehn Jahren sein wird, in dreißig oder gar in hundert ? Wenn‘s so turbulent zugeht, wie im 20. Jahrhundert, dürfte uns noch einiges und vor allem einige (grundlegende) Systemwechsel bevorstehen, mit der entsprechenden blutigen Begleitmusik, davor und währenddessen. Und wie im Roulette schwarz und rot nicht immer schön abwechselnd erscheinen, sondern für eine Weile mehr die eine und dann wieder die andere Farbe vorherrscht, nicht viel anders ist es in der Geschichte - nach eher gemütlichen Zeiten kommen irgendwann ungemütliche; meistens weil man die Wertschätzung für erstere verliert und es einfach mal drauf ankommen läßt. Und das kann kann sehr leicht in einen Teufelskreis führen, wie Andreas Gryphius es beschreibt in eim sehr eindringlichen Gedicht; ich meine ‚Es ist alles eitell‘, das auch unter dem beschwörenden Titel ‚Vanitas vanitatum et omnia vanitas‘.

Dv siehst / wohin du siehst nur eitelkeit auff erden. / Was dieser heute bawt / reist jener morgen ein; / wo itzund städte stehn / wird eine wiese sein / auff der ein schäffers kind / wird spilen mitt den heerden…/“

Ich laß es mal gut sein; wen‘s wirklich interessiert, der kennt es oder wird es nachschlagen. Es lohnt sich auf jeden Fall. Alles schon mal dagewesen und im Grunde braucht man nur die Geschichte zu konsultieren, um zu erfahren, wie die Zukunft wird; wenn man nur ein wenig in der Geschichte bewandert ist, findet man stets gewisse Referenzzeiten. Wenn nicht, soll man halt kluge Leute fragen.

Hätte da für morgen, also Freitag noch eine interessante Lesung in Berlin anzukündig, mit dem Titel ‚Der Mann mit den Bäumen‘. Näheres auf meiner Seite, der Eo-Seit unter Lesungen.

22.2.08 00:38, kommentieren

... in zehn Jahren

18. 1. 08 Fr

Wie sich doch die Zeiten ändern !  Zehn Jahre machen in unseren Tagen schon einen erheblichen Unterschied. Vor gut zehn Jahren hatte ich mich endgültig für die Literatur entschieden und begann ansatzweise zu begreifen, daß dies in der Regel doch ein sehr langwieriges und mühsames Geschäft ist. Man muß da neben dem Schreiben vor allem die Sachen an den Mann oder an die Frau bringen, was ja in Einzelfällen dann und wann für einen Moment und manchmal auch für länger gelang.. Aber ich mein ja nicht so sehr dabei mich  als vielmehr die Zeit um mich herum.. Veränderungen gibt es natürlich immer, und seien es bloß die Veränderungen im natürlichen Rhythmus in uns und um uns herum, im Jahreslauf und in den Lebensphasen. Tempora mutantur et nos mutamur in illis hieß es schon bei den alten Römern und so stand es einprägsam in meim alten Lateinbuch. Die Zeiten (ver)ändern sich; und wir verändern uns in diesen. Doch zu bestimmten Zeiten häufen sich die Veränderungen mit eim wirklich unnatürlichen Tempo, was dann auch die Römer von Zeit zu Zeit erlebem durften. Aber bei diesen erstreckte sich der Niedergang,, der schließlich zum Ende des Römischen Reiches führte, doch wenigstens über einige Jahrhunderte. Ob uns Schnellebigen von heute soviel Zeit noch beschieden sein wird ? Höchst unwahrscheinlich. Denn das Tempo nimmt weiter unvermindert zu, die Temperatur steigt; und damit steht die gesellschaftlicher Suppe auf großer Flamme und droht fürs nächste gehörig überzukochen. Eine traurige Realität, vor der man nicht mehr die Augen verschließen kann. Irgendwie stimmt es nicht mehr, zuviel schiefe Ebene und so viel scheitn fürmlcih auf den Kopf gestellt (worden zu sein). Allmählich beginne ich diese Jahre schon mehr in eim wehmütigen Rückblick zu sehen, so in der Stimmung eines prächtigen Sonnenuntergangs mit goldenen Strahlen und viel flammendem Rot, das sich züngelnd von unten erhebt. Noch ist es sehr malerisch und pittoresk, denn bislang funktioniert noch alles ziemlich leidlich, auch wenn die Schreckbilder in den Nachrichten wie auch in der unmittelbaren Umgebung und die Rückzugstendenzen bei so vielen Menschen stets zunehmen. Und doch hat mit dem neuen Jahr ein neuer Ton Einzug gehalten, denn in diesen Tagen werden nun endlich nach so vielen Jahren gewisse Mißstände erstmals halbwegs offen und öffentlich zum Ausdruck gebracht. Und man ist sich von bürgerlicher Seite plötzlich nicht mehr zu fein dafür (wie auch nicht mehr ganz so feige wie üblich), eínmal deutlich vernehmbar Roß und Reiter zu nennen. Zumindest ansatzweise, was ja schon ein Fortschritt ist, denn immerhin scheint mittlerweile das Roß zweifelsfrei ausgemacht zu sein, aber den oder gar die Reiter mag man noch immer nicht nennen, geschweige denn ins Visier zu nehmen. Dafür muß es also noch etwas schlimmer kommen. Denn am Ende einer bröckelnden, sich auflösenden Ordung lauert immer das Chaos, der wirkmächtige Gegenspieler jeder Ordnung eben. Aber wofür steht das Chaos ? Für das Ende der bisherigen Ordnung, die sich nicht mehr behaupten kann und den turbulenten Übergang in eine neue und andere Struktur, die aus dem Chaos erwächst und schließlich eine neue, ziemlich allgemeinverbindliche Ordnung aus dem Gerangel der Konzepte, Prinzipien und Lebensweisen hervorbringt. Wie diese nun aussehen könnten, gibt zu den schlimmsten Befürchtungen Anlaß. Brutale Nomadengesetze, angereichert mit unduldsamen Dogmatismus und eim Zug zu despotischer Willkür dürften dann dem munteren Laissez-faire, der gleichgültigen Beliebigkeit und dem überzogenen Individualismus ein jähes Ende bereiten. Entscheidend ist am Ende immer, wer das Sagen hat. Und da kann sich in zehn Jahren schon einiges tun.

1 Kommentar 21.1.08 00:52, kommentieren

Graue Tristesse

20. 12. 07 Do

Graue Tristesse legt sich über die Stadt und die Luft ist frostig. Als ich am Nachmittag rüberfuhr, war der Funkturm nur noch als Schemen zu sehen und die Spitze verschwand fast ganz im Nebel. Hat schließlich auch seine Poesie; die Welt zeigt sich derzeit mehr verhangen, wer weiß, vielleicht kommt bald Schnee und lustige Schneeflocken decken alles zu. Innerlichkeit ist angesagt. Aber auch die läßt sich ganz gemütlich gestalten, wenn man nur in der Stimmung ist und ab und an etwas lostiges reinschneit. Gleichviel ob‘s nun ein witziger Einfall aus dem inneren Universum ist oder es sich dabei um eine mehr oder weniger adressierte witzige Botschaft aus dem äußeren Universum handelt. Wichtig ist nur, daß die Antennen ausgefahren sind. Bekam da nämlich vor kurzem eine hübsche Stilblütensammlung herein mit ziemlich kuriosen, teils witzigen und aberwitzigen Fußballer-Aussprüchen. Und manche waren dabei, die waren sehr eigenwillig und zwar auf eine solch lustige Art daneben, daß sie schon wieder gut waren. Zum Beispiel dieser: Zuerst hatten wir kein Glück, und dann kam auch noch Pech dazu. (Uwe Wegmann). Ja, so kann‘s gehen. Auf jeden Fall sehr witzig ausgedrückt; also, mir gefällt das, hab den Spruch seitdem schon mehrfach selber angewendet. Und er ist auch gar nicht so dumm, wenn man es richtig bedenkt; denn kein Glück haben und wirklich Pech haben ist doch wohl ein Unterschied - im ersten Falle schießt man keins, während man im zweiten Falle mindestens ein Tor kassiert wenn nicht noch mehr.

21.12.07 01:08, kommentieren

Bei Tag ..- und bei Nacht

12. 11. 07 Mo

Mir ist als würde die Schwermut nach mir greifen, jetzt wo die jahreszeitlich bedingte Betrübnis fühlbar Einzug gehalten hat und so muß ich an einen alten Spruch vom Rotweinprofessor Hans denken, der irgendwann einmal vor vielen Jahren in südlichen Gefilden in lauer Sommernacht gefallen ist. Dem war eine Menge an Resignation beigemischt. Nun also: Bei Tag schlägt die Alltäglichkeit voll zu; sie bei Nacht zu durchbrechen, gelingt aber auch nicht allnächtlich. Da ist was dran. Das Alltägliche reizt nicht so sehr zu Überschwang und Lobeshymnen, denn dafür ist es zu gewöhnlich, eben das übliche Gequatsche, Gehabe und Gemehre, das man schon kennt und das einem aus den Ohren raushängt. Aber wenn der Tag nicht so gelungen ist und im Alltag stecken blieb, bleibt noch immer die Nacht und damit die Möglichkeit, die triste Realität mittels kühner Träume und Fantasien wieder auf Abstand zu bringen. Was wohl gemerkt nicht immer gelingt. Und ohne Träume und Fantasie ist die Realität auch nicht zu ertragen. Denn mit dieser Haltung ist der Mensch eigentlich groß geworden, in späten Mußestunden darüber nachzusinnen, wie es wäre, wenn es diese oder jene Grenzen, Beschränkungen oder Zumutungen nicht gäbe…. Und wie sie zu überwinden, aufzubrechen oder zurückzuweisen wären.

20.11.07 23:28, kommentieren

Das wahre Leben..

 5. 11. 07 Mo

Es plant der Mensch so lang er lebt. Aber das hilft ihm nur bedingt, denn die Dinge führen und entwickeln leicht ein Eigenleben. Der Plan ist das eine, doch die Wirklichkeit (egal ob innen oder außen) richtet sich nicht immer nach den Plänen, nach denen man sich ihrer versichern will; und gerade in den Momenten, wenn es drauf ankommt. Volksmund weiß das schon lange und hat dafür folgende Formel parat: Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Es ist eben wie auf dem Jahrmarkt oder wie beim Torwandschießen, längst nicht jeder Wurf trifft. Man wird mit dieser Unschärferelation leben müssen. Und nicht jeder Tag ist gleich dem vorhergehenden; manchmal ja ausgesprochen schade, dann aber auch beruhigend und zuweilen auf eine magische Art beflügelnd. Und das einzig wirklich Beständige ist der ständige Wechsel. So scheint es zumindest im Leben angelegt. Fürst Pückler, der ein welterfahrener Mann war und ein großer Planer und Inspirator dazu, hat eben diese Aspekte ins Zentrum gestellt, als er griffig formulierte – Das wahre Leben ist Bewegung und Kontrast. Tja, darauf sollte man sich einstellen und mehr noch es annehmen, auch wenn die Vorschläge, die das Leben macht, den Plänen so gar nicht entsprechen wollen.   Denn das Leben ist wichtiger als alle Pläne.

6.11.07 00:25, kommentieren

Zufälle

 27. 10. 07 Fr

Und immer wieder diese Zufälle; so manches (und zumeist nicht das schlechteste) fügt sich einfach so bzw. stellt sich ein, wenn man dessen gerade (besonders) bedürftig ist. Ich für meinen Teil glaube ja, daß Zufälle in nicht wenigen Fällen alles andere als zufällig sind, sondern vielmehr sinnig, also sinnstiftend, ganz im Sinne der Synchronizität bzw. der Anziehungskraft des Bezüglichen wie Wilhelm von Scholz dies einmal begrifflich zu fassen versuchte. Nun, die Vorgeschichte ist folgende, gestern einen ungemein beklemmenden Film gesehen, der hieß WUT (oder so) und war sehr packend inszeniert, ja er ging förmlich unter die Haut, übrigens von eim türkischen Regisseur und zeigte die sukzessive Zerstörung einer wohlsituierten Akademikerfamilie durch die Konfrontation mit eim total anderen, archaischen und gewaltverherrlichenden Konzept. Ausgangspunkt bei der Geschichte, ein wohlbehüteter pubertierender Junge (dazu Einzelkind und Einzelgänger) wird von einer Türkengäng, deren Mitglieder ihm zum einen zahlenmäßig überlegen und zum anderen auch altersmäßig um zweidrei Jahre voraus sind, regelmäßig drangsaliert und immer wieder 'abgezogen', wie es heute so zynisch heißt. Der Chef dieser Truppe, ein megadreister Streßtyp mit Mihigru, fühlt sich schließlich herausgefordert, als der Vater des Jungen, ein Literaturprofessor, sich einschaltet, damit die Angriffe auf seinen Jungen – das typische Opfa nämlich – endlich aufhören mögen. Der intellektuelle Vater ist allerdings der Sache, dh. dieser archaischen Konfrontation,  keneswegs gewachsen und er entpuppt sich dabei über weite Strecken als ein wohlredendes und hilfloses Weichei. Und so nehmen dann die Dinge ihren Lauf... Unbedingt sehenswert dieser Film. Denke auch, daß ein deutscher Regisseur es sich nicht getraut hätte, einen Film mit dieser Härte und Konsequenz zu inszenieren, nämlich als ein Kampf der Kulturen und zwar von Kulturen, die sich fremd sind und (total unversöhllich) fremd bleiben. Geht dann auch ganz böse aus die Geschichte. Ist echt beklemmend, wie schon gesagt, als wär's ein Menetekel. Und am selben Abend, als ich noch eine ganze Weile über die Thematik, besser problematische Problemlage nachdsinne, stoße ich alsbald auf ein hochinteressantes Zitat, das ich in eim Buch ziemlich am Anfang finde. Und wie schon gesagt, das Buch habe ich mehr oder weniger zufällig in die Hand genommen; habe es ja erst kürzlich bei meim Bücherfreak gekauft und destowegen liegt es neben anderen Neuerwerbungen griffbereit auf eim schon etwas erhöhten Stapel. Nun das Zitat, es stammt aus: SAECULUM Weltgeschichte Band III S.XIX (Herder Verlag, 1967)

"Josef Vogt sagt treffend: 'Die Grenzräume werden zu Bewährungsproben für die Hochkulturen, in den Randvölkern liegt die Potenz für den Wandel der Kulturen'. Der Existenzkampf der Völker und Kulturen aller Stufen ist äußerst hart. Eine Hochkultur erhält sich nur, wenn sie außer der Entfaltung eines wirtschaftlich und geistig anspruchsvollen Lebens ihre Existenz sichern kann gegen Völker primitiverer Stufen, die den größten Teil ihrer Vitalität auf Lebenssicherung und Lebensbereicherung konzentrieren können. Die Berührungen zwischen verschiedenen Kulturen können tödlich sein, wie H. Trimborn von der vernichteten altamerikansichen Hochkultur resigniert sagen muß: 'Die von den Indianern geprägten Lebensformen sind als menschliche Möglichkeiten Werte an sich'.

So äußerten sich Historiker in früheren Zeiten. Heute hört man weniger von dieser Zunft zu wichtigen Zukunftsfragen, obwohl wir doch inzwischen viel näher dran sind. Das Gefühl, daß diese Zeit wie auch der Zeitgeist und ein Großteil der Zeitgenossen nicht ganz dicht sind, habe ich das vorige Mal aufs Korn genommen, heute möchte ich noch ergänzen, daß sie über weite Strecken regelrecht blind sind, da sie mit Scheuklappen rumlaufen, die bedrohliches und störendes einfach ausblenden.

 

1 Kommentar 27.10.07 02:20, kommentieren