Bei Tag ..- und bei Nacht

12. 11. 07 Mo

Mir ist als würde die Schwermut nach mir greifen, jetzt wo die jahreszeitlich bedingte Betrübnis fühlbar Einzug gehalten hat und so muß ich an einen alten Spruch vom Rotweinprofessor Hans denken, der irgendwann einmal vor vielen Jahren in südlichen Gefilden in lauer Sommernacht gefallen ist. Dem war eine Menge an Resignation beigemischt. Nun also: Bei Tag schlägt die Alltäglichkeit voll zu; sie bei Nacht zu durchbrechen, gelingt aber auch nicht allnächtlich. Da ist was dran. Das Alltägliche reizt nicht so sehr zu Überschwang und Lobeshymnen, denn dafür ist es zu gewöhnlich, eben das übliche Gequatsche, Gehabe und Gemehre, das man schon kennt und das einem aus den Ohren raushängt. Aber wenn der Tag nicht so gelungen ist und im Alltag stecken blieb, bleibt noch immer die Nacht und damit die Möglichkeit, die triste Realität mittels kühner Träume und Fantasien wieder auf Abstand zu bringen. Was wohl gemerkt nicht immer gelingt. Und ohne Träume und Fantasie ist die Realität auch nicht zu ertragen. Denn mit dieser Haltung ist der Mensch eigentlich groß geworden, in späten Mußestunden darüber nachzusinnen, wie es wäre, wenn es diese oder jene Grenzen, Beschränkungen oder Zumutungen nicht gäbe…. Und wie sie zu überwinden, aufzubrechen oder zurückzuweisen wären.

20.11.07 23:28

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