... in zehn Jahren

18. 1. 08 Fr

Wie sich doch die Zeiten ändern !  Zehn Jahre machen in unseren Tagen schon einen erheblichen Unterschied. Vor gut zehn Jahren hatte ich mich endgültig für die Literatur entschieden und begann ansatzweise zu begreifen, daß dies in der Regel doch ein sehr langwieriges und mühsames Geschäft ist. Man muß da neben dem Schreiben vor allem die Sachen an den Mann oder an die Frau bringen, was ja in Einzelfällen dann und wann für einen Moment und manchmal auch für länger gelang.. Aber ich mein ja nicht so sehr dabei mich  als vielmehr die Zeit um mich herum.. Veränderungen gibt es natürlich immer, und seien es bloß die Veränderungen im natürlichen Rhythmus in uns und um uns herum, im Jahreslauf und in den Lebensphasen. Tempora mutantur et nos mutamur in illis hieß es schon bei den alten Römern und so stand es einprägsam in meim alten Lateinbuch. Die Zeiten (ver)ändern sich; und wir verändern uns in diesen. Doch zu bestimmten Zeiten häufen sich die Veränderungen mit eim wirklich unnatürlichen Tempo, was dann auch die Römer von Zeit zu Zeit erlebem durften. Aber bei diesen erstreckte sich der Niedergang,, der schließlich zum Ende des Römischen Reiches führte, doch wenigstens über einige Jahrhunderte. Ob uns Schnellebigen von heute soviel Zeit noch beschieden sein wird ? Höchst unwahrscheinlich. Denn das Tempo nimmt weiter unvermindert zu, die Temperatur steigt; und damit steht die gesellschaftlicher Suppe auf großer Flamme und droht fürs nächste gehörig überzukochen. Eine traurige Realität, vor der man nicht mehr die Augen verschließen kann. Irgendwie stimmt es nicht mehr, zuviel schiefe Ebene und so viel scheitn fürmlcih auf den Kopf gestellt (worden zu sein). Allmählich beginne ich diese Jahre schon mehr in eim wehmütigen Rückblick zu sehen, so in der Stimmung eines prächtigen Sonnenuntergangs mit goldenen Strahlen und viel flammendem Rot, das sich züngelnd von unten erhebt. Noch ist es sehr malerisch und pittoresk, denn bislang funktioniert noch alles ziemlich leidlich, auch wenn die Schreckbilder in den Nachrichten wie auch in der unmittelbaren Umgebung und die Rückzugstendenzen bei so vielen Menschen stets zunehmen. Und doch hat mit dem neuen Jahr ein neuer Ton Einzug gehalten, denn in diesen Tagen werden nun endlich nach so vielen Jahren gewisse Mißstände erstmals halbwegs offen und öffentlich zum Ausdruck gebracht. Und man ist sich von bürgerlicher Seite plötzlich nicht mehr zu fein dafür (wie auch nicht mehr ganz so feige wie üblich), eínmal deutlich vernehmbar Roß und Reiter zu nennen. Zumindest ansatzweise, was ja schon ein Fortschritt ist, denn immerhin scheint mittlerweile das Roß zweifelsfrei ausgemacht zu sein, aber den oder gar die Reiter mag man noch immer nicht nennen, geschweige denn ins Visier zu nehmen. Dafür muß es also noch etwas schlimmer kommen. Denn am Ende einer bröckelnden, sich auflösenden Ordung lauert immer das Chaos, der wirkmächtige Gegenspieler jeder Ordnung eben. Aber wofür steht das Chaos ? Für das Ende der bisherigen Ordnung, die sich nicht mehr behaupten kann und den turbulenten Übergang in eine neue und andere Struktur, die aus dem Chaos erwächst und schließlich eine neue, ziemlich allgemeinverbindliche Ordnung aus dem Gerangel der Konzepte, Prinzipien und Lebensweisen hervorbringt. Wie diese nun aussehen könnten, gibt zu den schlimmsten Befürchtungen Anlaß. Brutale Nomadengesetze, angereichert mit unduldsamen Dogmatismus und eim Zug zu despotischer Willkür dürften dann dem munteren Laissez-faire, der gleichgültigen Beliebigkeit und dem überzogenen Individualismus ein jähes Ende bereiten. Entscheidend ist am Ende immer, wer das Sagen hat. Und da kann sich in zehn Jahren schon einiges tun.

21.1.08 00:52

bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen