'Es ist alles eitell'

21. 2. 08 Do

Wir leben schon in würgmerdigen, pardon merkwürdigen Zeiten - alles, oder doch vieles ungemein verfügbar und alles doch so abschüssig. Wer weiß denn, was alles Bestand hat und nicht in kürzester Zeit schon im großen Kessel der Veränderung aufgelöst wird ? Das Lebensgefühl geht wieder mehr in Richtung des Unwägbaren; wer weiß, was wird, was in zehn Jahren sein wird, in dreißig oder gar in hundert ? Wenn‘s so turbulent zugeht, wie im 20. Jahrhundert, dürfte uns noch einiges und vor allem einige (grundlegende) Systemwechsel bevorstehen, mit der entsprechenden blutigen Begleitmusik, davor und währenddessen. Und wie im Roulette schwarz und rot nicht immer schön abwechselnd erscheinen, sondern für eine Weile mehr die eine und dann wieder die andere Farbe vorherrscht, nicht viel anders ist es in der Geschichte - nach eher gemütlichen Zeiten kommen irgendwann ungemütliche; meistens weil man die Wertschätzung für erstere verliert und es einfach mal drauf ankommen läßt. Und das kann kann sehr leicht in einen Teufelskreis führen, wie Andreas Gryphius es beschreibt in eim sehr eindringlichen Gedicht; ich meine ‚Es ist alles eitell‘, das auch unter dem beschwörenden Titel ‚Vanitas vanitatum et omnia vanitas‘.

Dv siehst / wohin du siehst nur eitelkeit auff erden. / Was dieser heute bawt / reist jener morgen ein; / wo itzund städte stehn / wird eine wiese sein / auff der ein schäffers kind / wird spilen mitt den heerden…/“

Ich laß es mal gut sein; wen‘s wirklich interessiert, der kennt es oder wird es nachschlagen. Es lohnt sich auf jeden Fall. Alles schon mal dagewesen und im Grunde braucht man nur die Geschichte zu konsultieren, um zu erfahren, wie die Zukunft wird; wenn man nur ein wenig in der Geschichte bewandert ist, findet man stets gewisse Referenzzeiten. Wenn nicht, soll man halt kluge Leute fragen.

Hätte da für morgen, also Freitag noch eine interessante Lesung in Berlin anzukündig, mit dem Titel ‚Der Mann mit den Bäumen‘. Näheres auf meiner Seite, der Eo-Seit unter Lesungen.

22.2.08 00:38

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